Podiumsteilnehmende Regierungsrat Pierre Alain Schnegg, Prof. Dr. med. Konrad Streitberger, Leiter Schmerzzentrum Inselspital; Dr. med. Andrea Schindler, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin FMH; Dr. René Rüegg, Berner Fachhochschule für Soziale Arbeit, Christine Morger, Sozialarbeiterin Rheumaliga Bern und Oberwallis.

20.03.2025

Der Mensch muss als Ganzes betrachtet werden – Psychosoziale Beratung als Schlüssel zur besseren Gesundheitsversorgung

Fachleute fordern eine stärkere Integration psychosozialer Unterstützung, um Patientinnen und Patienten besser zu helfen und das Gesundheitssystem zu entlasten.

«Es wird immer nach einer organischen Ursache gesucht. Diesen Teufelskreis gilt es zu unterbinden, der Mensch muss als Ganzes betrachtet und die Sozialberatung einbezogen werden», betonte Prof. Dr. Konrad Streitberger Konrad Streitberger bei der Podiumsdiskussion «Die Bedeutung der psychosozialen Beratung im Gesundheitswesen» am 10. März 2025 im Kongresszentrum Kreuz in Bern. Die Veranstaltung wurde von der Allianz Gesunder Kanton Bern organisiert, deren Mitglied Selbsthilfe BE ist. «Oft spielen Probleme im sozialen Umfeld bei einer Schmerzsymptomatik eine zentrale Rolle, manchmal sind sie sogar der Auslöser.»

Auch Dr. med. Andrea Schindler unterstrich die Bedeutung einer besseren Vernetzung: «Viele schambehaftete Themen werden in der Sprechstunde nicht offen angesprochen.»

Bei der Veranstaltung mit rund 70 Teilnehmenden aus dem Gesundheitswesen und der Politik wurde deutlich: Der steigende Druck auf das Gesundheitssystem erfordert eine engere Zusammenarbeit zwischen medizinischer und psychosozialer Betreuung.

Zentrale Erkenntnisse der Podiumsdiskussion:

  • Ganzheitliche Betrachtung: Medizinische Behandlungen müssen psychosoziale Faktoren stärker einbeziehen.
  • Versorgungslücken schliessen: Sozialberatung kann die Brücke zwischen stationärer und ambulanter Betreuung bilden.
  • Interprofessionelle Zusammenarbeit fördern: Die grösste Hürde ist nicht fehlendes Fachpersonal, sondern mangelnde finanzielle Mittel.

Regierungsrat Pierre Alain Schnegg hielt abschliessend fest: «Es existieren bereits Projekte, die teilweise sogar umgesetzt sind. Nun ist es wichtig, diese breiter bekannt zu machen.»

→ Zur Website von Allianz Gesunder Kanton Bern
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